Soller – Weltkulturerbe in der Sierra Tramuntana

0
48
[Gesamt:2    Durchschnitt: 5/5]

Umschlossen von den Bergen der Sierra Tramuntana, welche 2011 den Status des Unesco Weltkulturerbe erhielt, liegt das Städtchen Soller, welches von den großen Veränderungen durch den aufsteigenden Tourismus auf Mallorca bis heute weitestgehend verschont geblieben ist,

auf große Hotelburgen werden Sie hier nicht stoßen. Dennoch bietet das Tal von Sóller seinen Besuchern eine Fülle von Möglichkeiten, allem voran Naturfreunden die gerne Wandern, Fahrrad fahren oder Wassersport betreiben.

Die Kleinstadt Sóller ist der Verwaltungssitz der gleichnamigen Gemeinde. Der Ortskern liegt drei Kilometer landeinwärts der Küste. Sóller verfügt aber mit dem Ortsteil Port de Sóller über einen direkten Zugang zum Mittelmeer. Die Hauptstadt Palma ist rund 34 Kilometer entfernt.

 

 
 

Sóller – im Tal des Goldes – auf einer Insel, die außer bescheidenen Braunkohlevorkommen keine Bodenschätze birgt. Doch selbst das Gold, das die Mauren Sulliar nannten, kommt aus dem Boden und gab dem Ort seinen Namen. Damit sind aber nicht die weitläufigen Orangenplantagen von Sóller gemeint: Das Gold der Mauren war flüssig und stammte aus den Olivenhainen, die Sóller zur Zeit ihrer Herrschaft umgab. Ein „Tal des Goldes“ ist die Gegend um Sóller mit seinen enormen Gärten über all die Jahrhunderte auch geblieben.

 

Schöne Eindrücke bietet die Bildergallerie:

 

Was das Tal und seine Bewohner zunächst so reich und mächtig machte, verkehrte sich 1860 ins Gegenteil: Ein Schädling machte sich über die Bäume und Früchte her, Soller verlor an Wohlstand und stürzte in eine tiefe Krise. Vor allem die Bauern traf dieses Schicksal und führte sie meist, wenn nicht nach Frankreich, ins Exil nach Lateinamerika; Kuba, Puerto Rico oder Venezuela.

Bis die Bürger von Soller im Jahre 1912 mit der berühmten Eisenbahn „Roter Blitz“, dem sogenannten Orangenexpress, einen vergleichsweise schnellen und bequemen Landweg schufen, war der Hafen von Port de Sóller das Nadelöhr nach außen und auch der wunde Punkt des Ortes. Denn die „Orangensegler“, wie man die Exportschiffe mit Kurs Frankreich nannte, hatten auch auf ihrem Rückweg in dessen geschützte und kreisrunde Bucht schwer geladen: Die Sollerics ließen sich aus Frankreich Möbel, Töpfe, Karren und Landwirtschaftsgeräte kommen. Angesichts der Trampelpfade über die Berge und des zehnstündigen Seeweges nach Palma war dieser „Ferneinkauf“ die einzige sinnvolle Alternative.

 

Kommentar verfassen