Ge­vels­berg – 24-Stun­den­dienst der Ju­gend­feu­er­wehr

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24-Stundendienst der Jugendfeuerwehr Gevelsberg
24-Stundendienst der Jugendfeuerwehr Gevelsberg
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Ge­vels­berg (ots) – 14:00 Uhr:“Explosion im Ge­wer­be­ge­biet West, meh­re­re Per­so­nen ver­letzt”

In der Wa­che Nord an der Schwel­mer Str. in Ge­vels­berg er­tönt der Alarm­gong. Die Fahr­zeu­ge wer­den be­setzt. Es wird ru­hig. Ei­ne An­span­nung ist zu spü­ren. Bei der An­fahrt ist schon Rauch zu er­ken­nen. Der ers­te Be­fehl lässt nicht lan­ge auf sich war­ten : “An­griffs­trupp zur Men­schen­ret­tung vor!” Zum Glück ist dies nur ei­ne ge­plan­te Übung der Ju­gend­feu­er­wehr Ge­vels­berg,

die ih­ren 24-Stun­den­dienst durch­führt. Wie die Gro­ßen der Be­rufs­feu­er­wehr, mal ei­ne Schicht von Sams­tag­mit­tag bis Sonn­tag­mit­tag auf ei­ner Feu­er­wa­che zu ver­brin­gen, ist ein gro­ßer Wunsch der zu­künf­ti­gen Ret­ter. Am 24. Sep­tem­ber 2016 um 12 Uhr ist Schicht­be­ginn. Fahr­zeu­ge wer­den start­klar ge­macht, Ge­rä­te über­prüft und die Auf­ga­ben der Trupps ver­in­ner­licht. 14:15 Uhr : “Men­schen­ret­tung ein­ge­lei­tet. Steht das Be­hand­lungs­zelt?” Die drei Grup­pen­füh­rer Yas­min, Flo­ri­an und Nils ha­ben viel Ar­beit. Men­schen­ret­tung, gleich­zei­tig den Brand be­kämp­fen und den Trans­port zum Be­hand­lungs­platz der Jo­han­ni­ter Ju­gend or­ga­ni­sie­ren. Da kommt man schnell an sei­ne Gren­zen. Es muss Struk­tur her. Hier­bei hilft der Stadt­ju­gend­feu­er­wehr­wart Nils Es­ter­mann, in der Funk­ti­on als Zug­füh­rer der drei Lösch­fahr­zeu­ge.

14:30 Uhr : “Alar­mie­ren Sie die Ju­gend­feu­er­wehr Schwelm.” Da die La­ge ei­ne sehr gro­ße Per­so­nen­an­zahl bin­det, ent­schei­det sich die Ju­gend­feu­er­wehr Ge­vels­berg die Ju­gend­feu­er­wehr Schwelm zu alar­mie­ren. Wäh­rend die Ge­vels­ber­ger den In­nen­an­griff star­ten und die Per­so­nen­ret­tung durch­füh­ren, nimmt die Ju­gend­feu­er­wehr Schwelm mit ih­rem Lösch­fahr­zeug ei­nen Au­ßen­an­griff vor. Die­se über­ört­li­che Hil­fe ist nicht un­ty­pisch im Feu­er­wehrall­tag. Nach und nach füllt sich das Be­hand­lungs­zelt der Jo­han­ni­ter Ju­gend En­ne­pe­tal. Hier wer­den die Per­so­nen nach dem Ver­let­zungs­mus­ter ka­te­go­ri­siert und dem­entspre­chend be­han­delt. Dank dem Team für rea­lis­ti­sche Un­fall-Dar­stel­lung der Jo­han­ni­ter En­ne­pe­tal, sind al­le ver­letz­ten Per­so­nen auch ge­schminkt und ver­hal­ten sich rea­li­täts­nah. Da­her hört die Ret­tung nicht am Zelt auf, son­dern geht beim Jo­han­ni­ter-Nach­wuchs wei­ter.

Je­der der vier Ein­sät­ze wird Mo­na­te vor­her ge­nau­es­tens ge­plant. Das Be­treu­er­team, un­ter Lei­tung von Nils Es­ter­mann, über­legt sich Sze­na­ri­en, die auch für die Ju­gend­li­chen um­setz­bar sind. Hier­zu nimmt man die Hil­fe von be­freun­de­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen ger­ne an. In die­sem Jahr hat die Jo­han­ni­ter Ju­gend En­ne­pe­tal den Be­hand­lungs­platz über­nom­men. Stellv. Re­gio­nal­ju­gend­lei­ter Roc­co Fe­der­i­co lobt die gu­te und schnel­le Zu­sam­men­ar­beit. “Me­di­zi­nisch ge­se­hen hat so­weit al­les gut ge­klappt.” Die nach­alar­mier­te Ju­gend­feu­er­wehr Schwelm be­dankt sich eben­falls für die Zu­sam­men­ar­beit und die rei­bungs­lo­sen Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen den ein­zel­nen Or­ga­ni­sa­tio­nen. In der Ein­satz­nach­be­spre­chung be­tont Nils Es­ter­mann, dass die Übung ein vol­ler Er­folg ge­we­sen ist. Er dankt auch der Fir­ma KE­WE­MA Pro­duk­ti­ons GmbH für das zur Ver­fü­gung ge­stell­te Übungs­ge­län­de. Es ist nicht selbst­ver­ständ­lich, dass ei­ne Fir­ma ih­re Tü­ren für die (Jugend-)Feuerwehr öff­net.

In der Zeit, wo kein Ein­satz statt­fin­det, be­rei­tet die Mann­schaft Es­sen vor oder es ste­hen Lehr­in­hal­te auf dem Plan. Man weiß ja nie, wann et­was pas­siert. Die 24 Ju­gend­li­chen sind ei­ne sehr ge­misch­te Trup­pe. Die Äl­te­ren hel­fen den Jün­ge­ren, ist hier das Kon­zept. Die Ju­gend­feu­er­wehr er­fährt im­mer mehr an Zu­sam­men­halt.

15:25 Uhr : “Men­schen­ret­tung ab­ge­schlos­sen, Feu­er aus, Be­gin­nen mit der Lüf­tung des Ge­bäu­des” So­bald der Ein­satz­ort rauch­frei ist und al­le Glut­nes­ter ab­ge­löscht sind, heißt es auf­räu­men. Nach dem Ein­satz ist vor dem Ein­satz ! Die Mäd­chen und Jun­gen ha­ben sich nun ei­ne Pau­se ver­dient. Nach ei­ner Brat­wurst im Bröt­chen an der Wa­che und ei­ner lo­cke­ren Ge­sprächs­run­de mit der Jo­han­ni­ter Ju­gend wird es dun­kel. Sechs der 24 Stun­den sind um. Ob in der Nacht noch ein Ein­satz kommt ? Die Ju­gend­li­chen sind sicht­lich auf­ge­regt.

Wäh­rend ei­nes 24-Stun­den­diens­tes gibt es ei­ni­ge Auf­ga­ben die ge­macht wer­den müs­sen. Hier­zu zählt nicht nur ko­chen und schla­fen, son­dern auch Wei­ter­bil­dung, Ge­rä­te­kun­de und Fahr­zeug­pfle­ge. Wo ge­nau liegt je­des Teil im Lösch­fahr­zeug und wie wird es be­nutzt ? Nach­dem die Fahr­zeu­ge wie­der auf Hoch­glanz ge­bracht wur­den, ließ der nächs­te Ein­satz nicht lan­ge auf sich war­ten.

19:30 Uhr : “Bö­schungs­brand am Wald­sta­di­on in Sil­sche­de” Nach kaum ei­ner Mi­nu­te fuh­ren die drei Lösch­fahr­zeu­ge los. Wäh­rend der An­griffs­trupp ei­ne ver­letz­te Per­son fin­det, wird gleich­zei­tig die Was­ser­ver­sor­gung auf­ge­baut. Da es schon dun­kel ist, muss die Ein­satz­stel­le aus­ge­leuch­tet wer­den. Hier­zu stellt ei­ne Grup­pe zwei Licht­mas­ten auf, um die Un­fall­ge­fahr zu ver­rin­gern. Nach ca. zwei Stun­den ist der Ein­satz be­en­det und die Ju­gend­li­chen fah­ren zu­rück zum Stand­ort. Das Bett war­tet !

Wäh­rend die ei­nen noch ei­nen klei­nen Snack es­sen, sind die an­de­ren schon im Bett. Das un­ge­wis­se, wann ein Ein­satz kommt, hält vie­le Mäd­chen und Jun­gen wach.

23:45 Uhr : “Ge­stütz­te Per­son in Klein­gar­ten­an­la­ge” Als fast al­le am Schla­fen wa­ren, ging der Gong. Vom Stich­wort her, konn­te man sich schon vor­stel­len, dass es eng und dun­kel wird. Da nicht be­kannt war, wo die Per­son lag, wur­de die Grup­pe ge­teilt. Die ei­ne such­te das Um­feld des We­ges ab und die an­de­ren leuch­te­ten den Weg aus. Ei­ne müh­se­li­ge Ar­beit ! Da die Lösch­fahr­zeu­ge nicht den Weg be­fah­ren konn­ten, muss­ten meh­re­re Ka­bel­trom­meln ver­wen­det wer­den. Nach er­folg­rei­cher Ret­tung, wur­den nach und nach die Licht­mas­ten ab­ge­baut und wie­der ver­las­tet. Ge­gen kurz vor eins war der Ein­satz ab­ge­ar­bei­tet und so konn­ten die jun­gen Ret­ter wie­der ins Bett ge­hen.

07:30 Uhr : “Brand­nach­schau, Ge­wer­be­ge­biet” Am Brand­ob­jekt vom Vor­tag soll­te er­kun­det wer­den, ob mög­li­che Glut­nes­ter ei­ne er­neu­te Brand­ge­fahr dar­stell­ten. Nach dem die Grup­pen­füh­rer dies Kon­trol­liert hat­ten, ging es zu­rück zur Wa­che.

07:55 Uhr : “Auf Rück­fahrt Con­tai­ner­brand ent­deckt, Be­gin­nen mit der Brand­be­kämp­fung” Wäh­rend der Rück­fahrt ent­de­cken die Grup­pen­füh­rer ei­nen Con­tai­ner­brand am West­bahn­hof. Hier wird schnell ein C-Rohr vor­ge­nom­men, ei­ne Was­ser­ver­sor­gung auf­ge­baut und die Stra­ße ge­sperrt. Nach ei­ner hal­ben Stun­de war das Feu­er aus und die Mann­schaft konn­te ge­mein­sam Früh­stü­cken.

Zum Ab­schluss stan­den noch zwei Übungs­ein­hei­ten an. Ge­lernt und ver­tieft wur­de das rich­ti­ge Vor­ge­hen beim Auf­bau ei­ner Was­ser­ver­sor­gung und mit tech­ni­schem Ge­rät. Bis zum Diens­ten­de ge­gen 12 Uhr blieb es ru­hig. Trotz des klei­nen Schlaf­man­gels, hat­te die Grup­pe viel Spaß und freut sich auf den nächs­ten 24-Stun­den­dienst.

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